Der erwachsene Protagonist, Felix, nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in seine Kindheit. Die Perspektive des kleinen Jungen ist oberflächlich betrachtet kindlich und naiv. Tatsächlich öffnet sie Fenster in die Seele eines Kindes. Felix ist ein genauer Betrachter all dessen, was um ihn herum passiert. Immer wieder stellt er sich eine Frage, die so viele Menschen ihr Leben lang beschäftigt. Wer sieht ihn, wer sieht ihn wirklich?
Mit viereinhalb Jahren wird er zum ersten Mal mit dem Thema Tod konfrontiert, als sein mittlerer Bruder ihm mitteilt, dass er nicht mehr lange leben wird. Felix hat ein ganz enges Verhältnis zu seinem Bruder. Obwohl er genau spürt, wie sehr dessen Krankheit seine eigene Kindheit überschattet.
Da sein Bruder nur noch selten mit ihm draußen spielen kann, wird die Fensterbank zum gemeinsamen Rückzugsort. Von dort beobachten sie die Welt. Und sie entdecken viel in der Familie und der Nachbarschaft. Ernstes, Heiteres, Merkwürdiges und Skurriles.
Auch nach dem Tod seines Bruders nutzt Felix die Fensterbank, um sich fast unbemerkt von den Erwachsenen seine ganz eigenen Gedanken zu machen.
Voller Humor deckt er Widersprüchlichkeit und Ignoranz erwachsenen Handelns auf. Eines verlernt er nie. Sein Lachen, denn lachen ist gesund.
Das hat seine Mutter ihm beigebracht. Auch wenn es Situationen gibt, in denen einem nicht nach lachen zu Mute ist. Er stellt fest, dass man vor lauter lachen auch weinen kann - und umgekehrt.
Bei seinem Weg zurück in die Gegenwart verliert der Protagonist auch die zwei Menschen, bei denen er nie gezweifelt hat, dass sie ihn sehen, seine Oma und seine Mutter. Doch Felix hat gelernt, mit dem Tod umzugehen, statt ihn zu ignorieren.
Die vielfach humorvollen Schilderungen ermöglichen auch dem Zuschauer, vielleicht eine neue Sichtweise auf ein Thema zu finden, mit dem wir alle uns am liebsten nicht beschäftigen würden.
Der Balanceakt des Protagonisten verhindert einen Absturz ins Tal der Tränen. Im Gegenteil, der stetige Wechsel der Ereignisse und der Betrachtungsweise lassen beim Zuschauer die 90 Minuten Monolog zu einem kurzweiligen Erlebnis werden. Immer im Wechsel zwischen Traurigem und Heiterem.

"Die Fensterbank" führt den Zuschauer in eine Gedankenwelt voll kindlicher Phantasie, geprägt von der Symbolik der Kinderwelt. Mal ernst, mal voller bissigem Humor, immer mit Neugier auf die Zukunft. Was ist die Kraft, die uns stetig nach vorne treibt?

Am Ende stellen wir fest, dass ein Stück von Felix in jedem von uns steckt!

(c) Tino Manolias

"Paulus sagt, als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war." ( 1. Kor. 13, 11)

 

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